{"id":427,"date":"2016-06-08T23:37:20","date_gmt":"2016-06-08T21:37:20","guid":{"rendered":"http:\/\/www.adivida.de\/?p=427"},"modified":"2020-06-14T21:39:36","modified_gmt":"2020-06-14T19:39:36","slug":"und-irgendwann-irgendwann-sind-wir-alle-weg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.adivida.de\/?p=427","title":{"rendered":"Und irgendwann&#8230; Irgendwann sind wir alle weg"},"content":{"rendered":"<p>Irgendwann kommt der Tag.<br \/>Der Tag, an dem unsere Seele die leblose H\u00fclle verl\u00e4sst.<br \/>Wir sehen es nicht.<br \/>Wir verdr\u00e4ngen es jeden Tag.<br \/>Wir denken einfach nicht daran.<br \/>Vielleicht ja morgen.<\/p>\n<hr \/>\n<p>Und w\u00e4hrend wir die Gedanken zur Seite schieben, um uns auf das wirklich Wesentliche zu konzentrieren, etwa unsere t\u00e4gliche Arbeit, die kleinen Monster, welche auf den Namen &#8222;Probleme&#8220; h\u00f6ren, oder die Frage, was es am Abend zu essen gibt vergessen wir, dass die Angst und das Auseinandersetzen mit dem Wort, das ich beinahe nicht aussprechen kann, dem Tod, ein wichtiger Bestandteil eines gl\u00fccklichen Lebens ist.<\/p>\n<p>Setzt man sich bewusst mit der Tatsache, des Ausscheidens aus dieser Welt auseinander, lebt man gl\u00fccklicher. Widerspr\u00fcchlich?<br \/>Eigentlich nicht.<br \/>Wir besch\u00e4ftigen uns mit unseren Zielen, mit der Karriere, mit Geldproblemen, wir sparen unser Geld, bis wir vergessen, dass es Bestandteil eines zufriedenen Daseins ist (ich bin Schw\u00e4bin, ich wei\u00df wovon ich spreche).<br \/>Ein fr\u00fches Ableben? Das passiert den Anderen, nicht mir.<br \/>Aber was ist, wenn ich morgen meine Augen f\u00fcr immer schlie\u00dfen werde? Was l\u00e4uft auf meiner Leinwand? Das Piepen der Stechuhr? Mein letzter Kontostand des Sparkontos? Der Schwei\u00df, der mir bei X Sporteinheiten \u00fcber den R\u00fccken gelaufen ist? Die Tr\u00e4nen, die ich voller Selbstzweifel vergossen habe? Die Streitigkeiten und Diskussionen, die ich zuletzt gef\u00fchrt habe?<br \/>All das spielt auf meiner Leinwand keine Rolle und w\u00fcrde mich so sehr langweilen, dass ich vorzeitig &#8211; im wahrsten Sinne des Wortes &#8211; einschlafen w\u00fcrde.<\/p>\n<hr \/>\n<p>Vor einiger Zeit wurde mir gesagt, dass ich endlich &#8222;erwachsen&#8220; werden solle. Ich solle aufh\u00f6ren mich meinen Tagtr\u00e4umen hinzugeben. Ich solle endlich ruhiger werden und mich festigen. Und gottverdammt, ich solle mich darum k\u00fcmmern, dass mein Konto nicht jeden Monat \u00fcberzogen ist.<\/p>\n<p>Was bedeutet es eigentlich &#8222;erwachsen&#8220; zu sein und wer bestimmt, ab wann man diesen Lebenswandel einlenken soll? Und was ist, wenn man dieses Muss einfach ignoriert?<br \/>Warum muss ich ein Leben f\u00fchren, das andere f\u00fchren, nur weil die Gesellschaft es f\u00fcr &#8222;richtig&#8220; h\u00e4lt?<\/p>\n<hr \/>\n<p>Die meisten V\u00f6gel leben in einem Schwarm und sind damit gl\u00fccklich und genau so sollte es sein. Jeder Vogel sollte seine Fl\u00fcgel in genau dem Lebensraum entfalten k\u00f6nnen, in dem er gl\u00fccklich ist.<br \/>Aber das bedeutet nicht f\u00fcr den Vogel, der ich bin, dass er sich entfalten kann.<br \/>Vielleicht m\u00f6chte ich mich in die Tiefe fallen lassen, meine Fl\u00fcgel weit ausgestreckt und in Anbetracht des nahenden Bodens sp\u00fcren, wie mein Herz f\u00fcr einen kurzen Moment zu rasen beginnt, w\u00e4hrend die Spatzen auf der Stromleitung sitzen und mir dabei zusehen.<\/p>\n<hr \/>\n<p>Jeder Mensch sollte genau das Leben leben d\u00fcrfen, indem er sich am besten entfalten kann. Ohne Normen. Ohne &#8222;richtig&#8220; und &#8222;falsch&#8220;.<br \/>Ich m\u00f6chte lieben, ich m\u00f6chte weinen, ich m\u00f6chte sp\u00fcren, wie mein Herz zu rasen beginnt, ich m\u00f6chte sp\u00fcren, wie es bricht und ich m\u00f6chte von ganzem Herzen lachen. Ich m\u00f6chte das tun, wonach auch immer mein Herz ruft, ohne jemandem Rechenschaft schuldig zu sein, denn irgendwann, irgendwann verlasse ich diese Erde, ich verlasse sie alleine und ich sehe meinen Film, ich sehe ihn alleine und ich w\u00fcrde mich im Grabe umdrehen, wenn dort das Leben eines Anderen ablaufen w\u00fcrde, bestenfalls mit genormter Mainstream-Musik, weil es sich so geh\u00f6rt hat all die Jahre.<\/p>\n<p>Der richtige Moment ist jetzt.<br \/>Jetzt liegt es in meiner Hand Geschichte zu schreiben. Die Meinige.<br \/>Nichts liegt mir ferner, als auf meinem Buchband lediglich als &#8222;\u00dcbersetzer&#8220; genannt zu werden.<\/p>\n<p>Hier sollte nicht der Eindruck erweckt werden, dass es eine &#8222;richtige&#8220; Art sein Leben zu verbringen gibt.<br \/>Jedoch gibt es ein falsche Art zu leben. Die falsche Art zu leben ist, nicht zu leben, beziehungsweise das Leben nach einem Gewissen zu leben. Eine Erwartungshaltung Anderer zu stillen. Der Sinn des Lebens ist das Leben. Und dieses Leben ist ein Geschenk, das uns am Tag unserer Geburt gemacht wird. Es geh\u00f6rt uns und wir sollten es selbstbestimmt leben. Egal welchen Weg wir einschlagen, in welche Richtung wir fliegen. Wichtig ist lediglich, dass wir uns trauen unsere Fl\u00fcgel auszubreiten und in die Richtung zu fliegen, in die es uns zieht und wenn am Ende des Tages die rote Sonne vom Horizont verschlungen wird z\u00e4hlt nur eines, das L\u00e4cheln, wenn wir zur\u00fcckblicken.<\/p>\n<hr \/>\n<p>Wir sollten uns niemals Gedanken machen \u00fcber die Personen, die \u00fcber unsere Art gl\u00fccklich zu sein sprechen, denn solange diese Menschen sich mit dem Leben Anderer besch\u00e4ftigen, ist ihr eigenes Leben ein Stummfilm und auf unserem Abspann wird ihr Name nicht geschrieben sein.<\/p>\n<p>Und eines ist gewiss, ich werde bei meinem Film schmunzeln, mir wird eine Tr\u00e4ne \u00fcber die Wange laufen, ich werde Zorn versp\u00fcren und all das geschieht, weil ich gelebt habe. Ich habe das Leben gesp\u00fcrt. Ganz gleich, wann der Docht meiner Kerze erlischt.<\/p>\n<hr \/>\n<p>Lebt genau das Leben, welches euch gl\u00fccklich macht. Lebt es jetzt in diesem Moment.<\/p>\n<p>Annika\u00a0<strong>\u2661<\/strong><\/p>\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Irgendwann kommt der Tag.Der Tag, an dem unsere Seele die leblose H\u00fclle verl\u00e4sst.Wir sehen es nicht.Wir verdr\u00e4ngen es jeden Tag.Wir denken einfach nicht daran.Vielleicht ja morgen. 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